ort : ausstellung : „busoni. freiheit für die tonkunst!“ / kunstbibliothek im kulturforum, berlin

ui … *gähn* … dieser text hat verschlafen. um etwa einen monat. niemand weiß, warum. jedenfalls erzählt er von einer ausstellung über ferruccio busoni, die vom 04.09.2016 bis 08.01.2017 in den räumen der kunstbibliothek im kulturforum berlin stattfand. da die ausstellung nun vorüber ist, kann man sie nicht mehr besuchen. die erinnerung an sie ist aber zugleich eine erinnerung an herrn busoni & das lohnt sich auch ohne ausstellung.

Exif_JPEG_420

ferruccio busoni ist ein durch und durch in musik getränkter mensch gewesen; instrumentalist, komponist, dirigent, autor – es gab wohl keine verschnaufpause in seinem leben, in der nicht immerhin noch ein einzelner ton erklungen wäre.

eine derart angereicherte substanz kann gar nicht anders, als inspirationsquelle zu sein. wenn man also ganz unbedarft herumschlendert & sich fragt: wer war der mann wohl  …

Exif_JPEG_420

… dann vermag man schon in seinen worten eine ahnung davon zu finden:

Exif_JPEG_420

poesiefern jedenfalls hat er seinen zugang zur musik nicht gefunden. diesen eindruck bekommt man auf vielfältige weise beim gang durch den ausstellungsraum bestätigt. fast fühlt man sich, als wäre man bei ihm zuhause eingebrochen und würde im privaten stöbern (was in gewisser weise ja auch der fall ist); der ausstellungsraum kann mit wohnungsgröße beschrieben werden, darin sind schaffensmarkierungen und biographische fragmente versammelt: teile seiner kunstsammlung, portraits, handschriftliche notenblätter, briefe … so klein der raum sein mag, so groß ist die tiefe der detailfülle.

Exif_JPEG_420

das ganze bleibt angenehm unaufdringlich. es gibt keinen präsentationszwang, der einen bestimmten blickwinkel zu bevorzugen versucht – die dinge sind da & man kann sich ihnen nähern oder nicht. überall sind zauberhafte gedankenblitze versteckt. ein beispiel? bittesehr:

Exif_JPEG_420

das ist eine handschriftliche bearbeitung (ich glaube, eines stückes von schönberg. ich hoffe, das stimmt jetzt. verdammt. dieser text hat nicht nur verschlafen, sein autor ist auch noch eine alte schlampe.) wie hier plötzlich notenblatt, musikalische idee & schrift über sich hinaus wachsen und zu einer grafischen einheit werden, das finde ich grandios. manchem mag es albern oder verkopft vorkommen, tja, mir jedenfalls würde dieses blatt auch als bild an der wand ein tägliches freudenschmunzeln entlocken.

andere werden anderes gefunden haben. ich habe anderes gefunden. aber das behalte ich jetzt mal für mich.

unterm strich bleibt meine empfehlung, den blick in den historischen busoniraum als inspirationsquelle zu nutzen. er ist nicht versteckt oder verriegelt & es gibt einige gelegenheiten. busonis schriften zum beispiel werden zum teil bis heute aufgelegt.

zur ausstellung ist ein sehr schöner (allerdings auch sehr teurer) katalog erschienen.

tadah !

Exif_JPEG_420

das kulturforum berlin

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s