konzert : wallis bird / 01.02.2017 / heimathafen neukölln, berlin

wallis-bird-plakat

in irland tröpfeln die fairies den menschen die musik ein. bei wallis bird hat das nicht funktioniert; sie ist als kind aus versehen in den topf gefallen. dabei gab es ganz unvermeidlich eine antriebsstarke explosion, durch die frau bird direkt in die tiefen des klanghimmels geballert wurde. vermutlich landete sie dabei zunächst auf den bluesfeldern, begab sich aber ziemlich flott auf den weg in die rock`n`roll – länder & kam dabei durch den liedermacherwald, in dem es ihr immerhin so gut gefiel, dass sie dort ein gemütliches blockhaus als sommerresidenz nutzt.

ihr musikalisches treiben leuchtet seitdem unter dem glanz eines lebendigen dreigestirnes. es wird ihr dadurch eine flackernde verwandlungsgabe geschenkt, eine unstetheit, deren wunderbares versprechen lautet: wenn du mich einfach machen lässt, und nicht zuviel nachdenkst dabei, dann können kleine wunder erklingen.

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an diesem abend betreten wallis bird und ihre mitmusiker die bühne mit einer warnung: sie sei gerade ganz schrecklich verliebt & produziere deshalb überdurchschnittlich viele von diesen „schnapp-dir-deinen-partner-liedern“, was aus ihrem aktuellen album so etwas wie ein „liebesbrief-album“ gemacht habe. hm.

es wird dann aber nicht etwa schlimm rührselig; vielmehr entsteht der eindruck, zwei zusammengehörige konzerte gleichzeitig zu besuchen: da ist die erste hälfte; ruhig, verspielt, vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig.

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und dann gibt es die zweite hälfte, in der ein geschwisterkind jener explosion stattfindet, die in diesem text weiter oben herbeifabuliert wurde: frau bird  entfesselt sich & das publikum spielt freudig mit.

und, mein lieber schwan, wenn diese frau abgeht, dann knirschen die tragbalken im gebäude. es ist eine freude. irgendwo halten sich in diesem moment die unsterblichen donnerwetterschwestern der musik im arm und tanzen (nennen wir sie stellvertretend joplin-etheridge-smith). sie tanzen lachend & es sollte nicht enden. aber natürlich tut es das. verdammt.

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es bleibt der sehnliche wunsch des seemannes, her majesty`s ship „wallis bird“ möge so bald wie irgend möglich erneut in den heimathafen einlaufen, ganz gleich bei welchen koordinaten. denn: home is where the music is.

 

spread the word

 

 

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