film : „frank zappa – eat that question“ / ein film von thorsten schütte, deutschland & frankreich 2016

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thorsten schütte bringt mit diesem film eine dokumentation in sehr puristischem sinn in die kinos – hier wird konsequent archivarbeit gesammelt, geschnitten und präsentiert. kein sprecher, keine gäste, keine erzählende handlung; allenfalls eine halbwegs chronologische reihung der interviews und konzertmitschnitte dient als eine art „handlungsstrang“.

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auf diese weise wird man von beginn an gefangen vom charme des herrn zappa, angesogen vom überbordenden schaffensdrang, dem witz & der klugheit eines ausnahmetalentes, das heute sogar eine wortwörtliche zeitlosigkeit für sich in anspruch nehmen könnte. denn so früh sein tod ihn aus der musik genommen hat, so gültig sind seine ideen , seine spielereien, sind es seine provokationen und analysen noch heute. diese gültigkeit beginnt im musikalischen experiment (absolut wunderbar: die schwarz-weiße aufzeichnung eines fernsehauftrittes mit zwei fahrrädern und orchester.) und führt sich fort bis zur politischen bestandsaufnahme. was hätte er wohl zu donald trump zu sagen? vielleicht könnte er auch einfach mit dem lachen nicht mehr aufhören. denn er hat ja schon vor langer zeit alles gesagt:

„they got lies so big
they don’t make a noise
they tell ‚em so well
like a secret disease
that makes you go numb
with a big ol‘ lie
and a flag and a pie
and a mom and a bible
most folks are just liable
to buy any line
any place, any time

when the lie’s so big
as in robertson’s case,
(that sinister face
behind all the jesus hurrah)
could result in the end
to a worrisome trend
in which every american
not ‚born again‘
could be punished in cruel and unusual ways
by this treacherous cretin
who tells everyone
that he’s jesus‘ best friend

when the lie’s so big
and the fog gets so thick
and the facts disappear
the republican trick
can be played out again
people, please tell me when
we’ll be rid of these men!

just who do they really
suppose that they are?
and how did they manage to travel as far
as they seem to have come?
were we really that dumb?
people, wake up
figure it out
religious fanatics
around and about
the court house, the state house,
the congress, the white house
criminal saints
with a ‚heavenly mission‘ —
a nation enraptured
by pure superstition

when the lie’s so big
and the fog gets so thick
and the facts disappear
the republican trick
can be played out again
people, please tell me when
we’ll be rid of these men!“

(frank zappa : „when the lie`s so big“, zitiert nach lyricsfreak.com)

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thorsten schüttes film jedenfalls ist ein großes vergnügen & eine enorme inspirationsquelle. er ist ein kurzer, flackernder blick hinter die augen von frank zappa & ein neunzigminütiger blick durch die augen von frank zappa auf eine seltsame welt. man ist für eine weile zu gast im zappalogischen universalraumschiff auf der fahrt in die zeit um das jahr 3000, in dem es keine menschen mehr geben wird, nur noch bakterien, und in dem frank zappa selbst mit schelmischem lächeln als  wahrscheinliche bakterie einen wahrscheinlichen gruß in bakteriensprache in einen dunklen kinosaal spricht. dreimal hurra & vielen dank!

 

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