konzert : kat frankie / 08.12.2016 / roter salon in der volksbühne, berlin

die volksbühne scheint in den letzten jahren zu einer art heimspielplatz für kat frankie geworden zu sein. alles ist fühlig hier – ein bisschen klein, sehr rot, ein wenig altmodisch, sehr nah dran; im grunde idealbedingungen für die begegnung mit einer facettenreichen musikerin an einem soloabend. sie kann – mit band, mit gastmusikern, als gastmusiker, als teil einer kooperation – sie kann auf vielen wegen klang zur welt bringen und damit berühren und verstören. aber zurückgeworfen auf sich selbst und ein sparsames instrumentarium ist ihre strahlkraft immer am stärksten, am ursprünglichsten, am fesselndsten.

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sie kommt dann auf die bühne, wie etwa an diesem abend, beinahe glaubt man, sie hätte schlechte laune, verrichtet einige handgriffe, spielt das erste lied, und verändert sich plötzlich zu einer im klang anwesenden. sie seufzt aus, atmet ein, bekennt ihre freude über das hiersein & man glaubt es ihr. wenige lieder später bindet sie ihre haare hoch, weil sie am keyboard stören oder warum auch immer, und ist von diesem moment an gänzlich anwesend; scherzt, lacht, erzählt zwischen den liedern & bleibt doch irgendwie von einer schattenhaften müdigkeit gezeichnet, ein wenig fern und zerbrechlich. oder es ist alles ganz anders und ein betrachter fabuliert sich dummes zeug zusammen.

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die musik jedenfalls ist auf hinreißende weise ausformuliert. kat frankie beherrscht ihr repertoire sehr souverän. egal ob alte oder neue stücke, sie kann alles in den moment interpretieren & man weiß: dieses lied gibt es nur jetzt & nur so, vollkommen gleichgültig, wie oft man es zuvor bereits gehört hat.

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wenn man ihre musik mag, und die anwesenheit der anwesenden zählt da wohl als beweis für die anwesenden, kann dieser abend nur wunderbar genannt werden. allerdings bin ich unter diesen anwesenden auch ein ziemlich hoffnungsloser fall von fan & kann deshalb nicht nüchtern sprechen. will ich auch nicht. trunkenheit am klang scheint mir nämlich die beste beschreibung meiner ganz persönlichen faszination für die musik dieser frau zu sein. das spektrum der möglichen wortspielerei reicht dabei ganz bewusst von der besoffenheit bis zur gefahr des ertrinkens. und an eben dieser stelle (irgendwo am wasser) sollte ich dann wohl auch aufhören mit der brabbelei. vielen dank jedenfalls, frau frankie. singen sie bald wieder.

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